Parvovirose
Parvovirose bei Katzen, auch bekannt als Feline Panleukopenie oder Katzenseuche, ist eine hoch ansteckende und oft tödliche Viruserkrankung, die durch das Feline Panleukopenievirus (FPV) verursacht wird. Dieses Virus gehört zur Familie der Parvoviridae und ist eng mit dem Canine Parvovirus verwandt.
Übertragung und Ausbreitung
FPV wird hauptsächlich durch direkten Kontakt mit infizierten Katzen oder deren Ausscheidungen (Kot, Urin, Speichel) übertragen. Das Virus kann auch über kontaminierte Gegenstände wie Futter- und Wassernäpfe, Bettzeug und Kleidung verbreitet werden. FPV ist extrem widerstandsfähig und kann in der Umwelt über Monate infektiös bleiben.
Symptome
Die Symptome der Parvovirose variieren je nach Alter, Gesundheitszustand und Immunstatus der Katze. Die Inkubationszeit beträgt in der Regel 2 bis 10 Tage. Zu den häufigsten Symptomen gehören:
- Hohes, plötzliches Fieber
- Starker Appetitsverlust
- Extreme Müdigkeit und Schwäche (Lethargie)
- Häufiges und heftiges Erbrechen
- Schwerer, oft blutiger Durchfall
- Schneller Flüssigkeitsverlust durch Erbrechen und Durchfall (Dehydration)
- Schmerzen im Bauchbereich.
Diagnose
Die Diagnose der Parvovirose bei Katzen basiert auf klinischen Symptomen sowie spezifischen Tests. Zu den diagnostischen Methoden gehören:
- Kotuntersuchungen: Nachweis von FPV-Antigenen im Kot mittels ELISA-Tests oder PCR-Tests zum Nachweis des viralen Erbguts
- Blutuntersuchungen: Blutbild zur Überprüfung der Anzahl weißer Blutkörperchen, die bei infizierten Katzen stark vermindert ist (Panleukopenie)
Behandlung
Es gibt keine spezifische antivirale Behandlung für FPV. Die Therapie konzentriert sich auf die Linderung der Symptome und die Unterstützung der betroffenen Katze. Zu den Maßnahmen gehören:
- Flüssigkeitstherapie: Intravenöse oder subkutane Flüssigkeitszufuhr zur Bekämpfung der Dehydration.
- Antiemetika: Medikamente zur Kontrolle von Erbrechen.
- Passive Immunisierung: Injektion von Antikörpern gegen Panleukopenie (Feliserin).
- Antibiotika: Vorbeugung von Sekundärinfektionen durch bakterielle Erreger, da das Immunsystem geschwächt ist.
- Ernährungsunterstützung: Hochwertige, leicht verdauliche Nahrung und eventuell Zwangsernährung.
- Isolierung: Infizierte Katzen sollten isoliert werden, um die Ausbreitung des Virus zu verhindern.
Prognose
Die Prognose für Katzen mit Parvovirose hängt vom Alter, dem Gesundheitszustand und der Schnelligkeit der Behandlung ab. Junge, ungeimpfte Kätzchen und immungeschwächte Katzen haben oft sehr schlechte Prognose. Eine frühzeitige und intensive supportive Therapie kann die Überlebenschancen erheblich verbessern.
Prävention
Die wirksamste Maßnahme zur Vorbeugung von Parvovirose ist die Impfung. Impfprogramme sollten alle Katzen umfassen, da das Virus in der Umwelt weit verbreitet ist. Wichtige Präventionsmaßnahmen umfassen:
- Impfungen: Regelmäßige Grundimmunisierung und Auffrischungsimpfungen gemäß den Empfehlungen der STIKO Vet.
- Hygiene: Gründliche Reinigung und Desinfektion von Katzenumgebungen und -ausrüstungen.
- Quarantäne: Neue Katzen oder Kätzchen sollten zunächst isoliert und auf FPV getestet werden, bevor sie mit anderen Katzen in Kontakt kommen.
- Vermeidung von Kontakt: Halten von Katzen fern von potenziell infizierten Tieren und kontaminierten Bereichen.
Zusammenfassung
Parvovirose bei Katzen ist eine schwerwiegende virale Erkrankung, die ohne rechtzeitige Behandlung oft tödlich verläuft. Dank moderner Impfstoffe und besserem Verständnis der Krankheit können viele Fälle verhindert werden. Katzenbesitzer sollten die Bedeutung regelmäßiger Impfungen und strenger Hygienemaßnahmen erkennen, um ihre Tiere vor dieser gefährlichen Infektion zu schützen. Bei Verdacht auf eine Infektion ist eine sofortige tierärztliche Betreuung entscheidend, um die Überlebenschancen der betroffenen Katze zu maximieren.